Maipläne

Maipläne

Oft gehen meine Laune und das Wetter Hand in Hand. Ich weiß gar nicht recht, woran das liegt, denn wenn ich eines liebe, dann ist es Regen. Oder Nebel. Oder dicke Wolken, die tagelang unsere Sonne verschlucken. Gewitter? Oooh ja. Doch zur Zeit kann ich mich an bewölkten Tagen nicht wirklich zur Begeisterung durchringen. Sonnenstrahlen dagegen sind Balsam für meine Seele. Deshalb hoffe ich, dass mich dieser Monat mit vielen Sonnenstunden beschenkt. Und damit ich die dann nicht vertrödel hab ich mir vorab ein paar Gedanken darüber gemacht, wie ich den Mai gerne verbringen würde. Daraus wurde diese kleine 10-Punkte-Liste:

Auf einen Berg wandern // Ganz egal welchen. Er muss nicht einmal besonders hoch sein. Hauptsache am Ende habe ich einen Blick auf die Welt von oben. Das finde ich wahnsinnig befreiend und beruhigend. Denn egal wie kurz meine Beine sind, oder wie klein ich mich fühle, ich habe es hier rauf geschafft, und hey, das kann nicht jeder von sich behaupten! Und das Gefühl der Errungenschaft, nach großen Anstrengungen endlich oben, am Ziel angekommen zu sein! Hach, danach könnte ich glatt süchtig werden.

Einen spontanen Ausflug machen // Schnell den Rucksack packen und ab in den Zug! Auch hier geht es mir gar nicht so sehr um das Ziel, Hauptsache spontan! Hauptsache Abenteuer! Wohin es gehen könnte? Vielleicht Hallstatt, St. Gilgen, Graz, oder gar Zürich? Seitdem ich weiß, dass von Salzburg aus Fernbusse in die Schweiz fahren bin ich ganz hingerissen von diesem Reiseziel!

Dem Friseur einen Besuch abstatten // Lange aufgeschoben, aber es wird endlich wieder Zeit! Was ich machen lassen will? Haare wieder kürzer und blond. Und dann rosa. Oder flieder. Mal sehen.

Ein Buch lesen // Zur Auswahl stehen Wie die Tiere von Wolf Haas und Rebecca von Daphne du Maurier. Mit etwas Glück (/ Anstrengung) schaffe ich vielleicht beide. Drückt mir die Daumen.

Fliedersirup machen // Das wünsche ich mir nun schon seit Jahren, doch ich war nie zur Fliederblüte zuhause, und in der Großstadt wollte ich wirklich keine pflücken. Ich bin schon sehr gespannt, wie er schmecken, und was er alles verfeinern wird! Tee? Porridge? Kuchenglasuren? All diese Möglichkeiten!

Wildblumen sammeln // Natürlich nur in Maßen, und bevorzugt mit meiner kleinen Schwester im Schlepptau. Sie versüßt einem wirklich jeden Spaziergang mit ihren wunderbar kuriosen Geschichten und der guten Laune, die sie verstrahlt. Außerdem liebt sie es wie verrückt, Blumen zu pflücken.

Picknicken // Im Mirabellgarten, am Ufer der Salzach, im Park von Schloss Hellbrunn oder mitten im Garten. Frische Erdbeeren, Kekse, Tomaten mit Salz und Pfeffer, Chips, Zartbitterschokolade und Eistee müssen dabei sein. Und vielleicht ein kleiner Strauß Wildblumen? Ja, das wäre toll.

Mehr Yoga! // Im März habe ich eine 30-Tage-Challenge absolviert, und obwohl sie die meiste Zeit eher frustrierend war, so habe ich die kleinen Erfolge und langsam sichtbar werdenden Fortschritte sehr genossen. Seitdem ich diese Regelmäßigkeit nicht mehr drin habe bin ich wieder beweglich wie ein Brett. Also los! Das bisschen Aufwand ist es wert!

Die Sonne an einem See genießen // Ich merke gerade, dass sich das gut mit den Punkten Ausflug und Picknick kombinieren lassen würde!

Mehr schreiben, alles ruhiger angehen lassen // Manchmal muss ich einfach einen Stift in die Hand neben, wenn die Welt um mich herum einzustürzen droht. Und das ist okay, das ist gut so. Schreiben ist die effektivste Therapie, die ich für mich gefunden habe. Es hilft mir mit Stress, Ängsten, unerfüllten Träumen und Frustration umzugehen, aber auch die schönen Momente und Gedanken mit einem Stift an Papier zu binden fühlt sich herrlich an.

 

Was sind eure Maipläne? Ich hoffe, Abenteuer sind dabei!

Der Weg zurück

Der Weg zurück

Inzwischen ist fast ein Jahr vergangen. Der Himmel hat die Welt wieder in tiefschwarze Nächte gehüllt. Eine Lichterkette über meinem Bett spendet mir Licht. Es ist ruhig. Endlich wieder. In dieser einen Runde um die Sonne hat sich bei mir viel getan.

Die Nordnächte habe ich gegen nachmittagliche Bergspitzensonnenuntergänge eingetauscht. Mein 15 m² Studentenwohnheimapartment inmitten einer deutschen Landeshauptstadt gegen mein ca. doppelt so großes Kinderzimmer am Rande eines Waldes nördlich der Alpen.

Ein bisschen Freiheit hab ich aufgegeben. Ein paar Träume vielleicht auch. Aber wie es oft so ist muss erst Altes weichen um Neuem Platz zu machen. Gerade fühlt sich mein Leben sowohl viel zu voll als auch schrecklich leer an. Jeden Tag stolpere ich, wundere mich, warum die einfachsten Dinge mir plötzlich schwer fallen und dann, gleich im nächsten Moment stelle ich mich neuen Herausforderungen, die ich mir noch vor gar nicht allzu langer Zeit nie und nimmer zugetraut hätte.

Es ist eine verrückte Zeit. Eine aufregende Zeit. Voller Möglichkeiten, Abenteuern und Wunder. Ich hoffe, eines Tages erinnere ich mich zufrieden lächelnd an sie zurück.

 

Nicht weltgewandt, doch weltgewundert

Nicht weltgewandt, doch weltgewundert

Die Schatten fielen fast durchsichtig, zaghaft auf die Straßen der Stadt, versuchten zwar, doch scheiterten, die Welt unter sich zu verstecken. Schon lange war die Sonne hinter der letzten Häuserfront am Horizont verschwunden, doch der Himmel vermochte den Brand nicht zu löschen, den sie vor ihrem Schwinden entfacht hatte.
Noch hatte niemand es für nötig gehalten, die Straßenlaternen einzuschalten. Es war hell genug. Zu hell. Nicht dunkel genug. Sie saß auf einem Fensterbrett, ihrem Thron, von dem aus sie die anderen Bewohner der Straße auf ihrem Weg nach Hause, oder zurück in die Stadt, auf jeden Fall irgendwohin, beobachtete, und sich dabei allerlei Fragen stellte, die, blieben sie doch unausgesprochen, nie eine Antwort finden sollten.
Sie wartete, schon lange, zu lange. Heute, auf die Dunkelheit.
Während sie erschöpfte Familienväter und alleinlebende Omas bei der Heimkehr in ihre Wohnung beobachtete, sich über ihre Tagesabläufe, Träume und Ängste Gedanken machte, wollte sie eigentlich nur eins. Schlafen. Doch mit tausenden Gedanken, die durch ihren Kopf spukten und ihren Verstand nicht zur Ruhe kommen lassen wollten, hatte sich nun auch ihr treuester Begleiter, der Himmel, sich gegen sie gewandt, indem er sich einfach nicht in ein gedecktes Schwarz hüllen wollte, was ihr etwas Ruhe spenden würde.
So verbrachte sie mehr der berüchtigten Nordnächte, als es ihr lieb gewesen wäre, damit, sich zu wundern. Über die Welt, über die Menschen, über Farben, über Licht, über Zahlenfolgen und Schokokuchen.
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Und damit will ich euch herzlich dazu einladen, mich zu begleiten, während ich mich mehr über die Welt wundere, als dass ich sie wirklich verstehe, und mehr schlecht als recht versuche, mir das nicht all zu sehr anmerken zu lassen.