Die Schatten fielen fast durchsichtig, zaghaft auf die Straßen der Stadt, versuchten zwar, doch scheiterten, die Welt unter sich zu verstecken. Schon lange war die Sonne hinter der letzten Häuserfront am Horizont verschwunden, doch der Himmel vermochte den Brand nicht zu löschen, den sie vor ihrem Schwinden entfacht hatte.
Noch hatte niemand es für nötig gehalten, die Straßenlaternen einzuschalten. Es war hell genug. Zu hell. Nicht dunkel genug. Sie saß auf einem Fensterbrett, ihrem Thron, von dem aus sie die anderen Bewohner der Straße auf ihrem Weg nach Hause, oder zurück in die Stadt, auf jeden Fall irgendwohin, beobachtete, und sich dabei allerlei Fragen stellte, die, blieben sie doch unausgesprochen, nie eine Antwort finden sollten.
Sie wartete, schon lange, zu lange. Heute, auf die Dunkelheit.
Während sie erschöpfte Familienväter und alleinlebende Omas bei der Heimkehr in ihre Wohnung beobachtete, sich über ihre Tagesabläufe, Träume und Ängste Gedanken machte, wollte sie eigentlich nur eins. Schlafen. Doch mit tausenden Gedanken, die durch ihren Kopf spukten und ihren Verstand nicht zur Ruhe kommen lassen wollten, hatte sich nun auch ihr treuester Begleiter, der Himmel, sich gegen sie gewandt, indem er sich einfach nicht in ein gedecktes Schwarz hüllen wollte, was ihr etwas Ruhe spenden würde.
So verbrachte sie mehr der berüchtigten Nordnächte, als es ihr lieb gewesen wäre, damit, sich zu wundern. Über die Welt, über die Menschen, über Farben, über Licht, über Zahlenfolgen und Schokokuchen.
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Und damit will ich euch herzlich dazu einladen, mich zu begleiten, während ich mich mehr über die Welt wundere, als dass ich sie wirklich verstehe, und mehr schlecht als recht versuche, mir das nicht all zu sehr anmerken zu lassen.

 

 

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